Zuständigkeiten und Dienste

Die weiteren Dienste in der Kirchen

Neben den Leitern eines Gottesdienstes gibt es noch weitere Dienste, die wir nicht vergessen sollten. Sie sind für eine ordentliche Trauung nicht erforderlich – ohne sie ist die Hochzeit aber kaum feierlich.

Der Organist

Der Organist spielt die Orgel. Selten hat ein Organist darüber hinaus auch eine Ausbildung als Sänger, so dass er auch den Part des Chors oder eines Solisten übernehmen könnte.

Lektor

Die Lektoren lesen die Textstellen aus dem „Alten Testament“, Apostelbriefe und die Fürbitten. (Die Textstellen aus dem „Neuen Testament“ sind dem Leiter des Gottesdienstes vorbehalten.)

Das Vorlesen eine Kunst ist werden Sie spätestens dann erkennen, wenn ihre beste Freundin eine Fürbitte unter drei Sekunden ausspricht ohne Luft zu holen. Denn viele Menschen versuchen gerne einen auswendig gelernten Text so vorzutragen, wie man das aus der Schule gewohnt war: Augen zu und durch.

Ein Lektor hingegen kennt die Akustik eines großen Raumes. Er hört dem Klang seiner Worte zu, bis das Echo so weit abgeklungen ist, das er einen weiteren Satzbaustein vorliest. Es kommt auf die mentale Ruhe an, so langsam zu sprechen, dass man nicht von seinem eigenen Echo gestört wird. Auch richtige Betonungen und das inhaltliche Verständnis schmücken die Texte weiter aus.

Dennoch spricht nichts dagegen die Freunde Fürbitten vortragen zu lassen. Es ist von der Kirche sogar ausdrücklich erwünscht Laien an der Gestaltung und Ausführung des Gottesdienstes teilhaben zu lassen. Es muss ja nicht perfekt sein. Die obigen Ausführungen sollen Ihnen nur eine Hilfestellung bei der Entscheidung sein, welche Variante Sie wählen.

Darüber hinaus gibt es noch eine weitere, wenn auch sehr verbreitete, aber nicht zu empfehlende Variante: der Pfarrer liest alle Texte und Fürbitten selbst. Das kann er natürlich tun. Ihr Gottesdienst wird dann aber unweigerlich monoton und eintönig. Schließlich liest der Pfarrer dann die einleitenden Worte, die Gebete, die Bibelstellen, die Predigt, die Trauung und alles andere. Wenn sich der Pfarrer nicht nur mit dem Organisten, sondern auch mit den Lektoren abwechselt wird der Gottesdienst abwechslungsreicher und lebendiger.

Auch Lektoren sind Ehrenamtliche, die nur selten organisiert sind. Natürlich gibt, es für entsprechende Gegenleistung, auch Lektoren, die Sie buchen können. Günstiger und auch eingespielter ist es den Pfarrer nach einen oder mehreren Lektoren zu fragen. Ein Lektor, der aus der Gemeinde stammt ist auch eingespielt auf den Pfarrer und den Organisten. Er kennt die Kirche, ihr Echo, weiß wo genau er zu stehen hat und wie er sich zwischen den Lesungen verhalten muss. (Manche Kirchen haben eine kleine Sitzbank neben dem Altarbereich, auf dem die Lektoren zwischen der ersten und zweiten Lesung warten, andere gehen für diese kleine Pause wieder zurück in die Bank. Das ist je nach Kirche und Gewohnheit unterschiedlich).

Die Messdiener

Messdiener oder auch „Ministranten“ sind meist Schüler, die ihren Dienst ehrenamtlich erfüllen und für die meisten Hochzeiten keine Zeit finden werden. Entweder, weil der Hochzeitstermin zur Schulzeit stattfindet oder neben der Schule und den Sonntagsgottesdiensten noch weitere Aufgaben warten. Ihr Dienst ist sehr wichtig und macht den Gottesdienst würdevoller als eine „One-Man-Show“ durch den Pfarrer. Sie müssen aber viel Glück haben oder einen Messdiener kennen, der sich ausnahmsweise für Sie Zeit nimmt.

Zuständigkeiten

Wie in jeder Organisation ist auch in der Kirche alles genau geregelt. Für Ihre Hochzeit ist der Pfarrer Ihrer Gemeinde zuständig. Bei Dörfern und kleineren Städten gibt es normalerweise nur eine Pfarrei. Wenn Sie sich in Ihrer Kirchengemeinde nicht auskennen müssen Sie die entsprechende Pfarrei zunächst ausfindig machen.

Das klingt erst einmal wieder peinlich. Schließlich müssen Sie jemanden fragen, wer Ihr Pfarrer ist. Hier hilft wie so oft Google. Die Schlagworte, die Sie eingeben sollten sind: „Katholische Kirche [Ihr Wohnort] Bistum“. Wenn Sie selbst katholisch sind, ist der Wohnort Ihr eigener. Sind Sie beide katholisch können Sie die Wohnorte wählen. Wenn nur Ihr Partner katholisch ist geben Sie dessen Wohnort ein.

Die Information, die Sie suchen, ist der Name des Bistums dem Ihre Stadt angehört. In Deutschland sind die Bistümer nach Städten geordnet (bspw. Bistum Mainz, Bistum Limburg, Bistum Fulda). Zu diesem Bistum suchen Sie die Telefonnummer: „Bischöfliches Ordinariat [Name des Bistums]“. Das Ordinariat ist die „Zentralbehörde“ des Bistums. Dort rufen Sie an und erklären, dass Sie heiraten möchten und den Kontakt zu der für Ihre Adresse formal zuständigen Pfarrei benötigen. In größeren Städten kann es nämlich unbemerkt vorkommen, dass ein Kirchgänger in die ihm am nächsten gelegene Kirche geht, obwohl diese zu einer anderen Pfarrei gehört als sein Wohnsitz. Die Frage ist also bei größeren Städten nicht ungewöhnlich.

Bei kleineren Städten und Dörfern googeln Sie am besten nach „[Wohnort] katholische Gottesdienste“. Dann erhalten Sie normalerweise nur die Gottesdienste zu einer Kirche. Sollten sie mehrere Kirchen angezeigt bekommen werden diese wahrscheinlich trotzdem nur zu einer Pfarrei gehören.

Eine Anmerkung an dieser Stelle noch zu den Grenzen der Pfarreien und Bistümer. Diese richten sich kaum nach den heutigen Stadt- oder Landesgrenzen. So liegt etwa der Frankfurter Flughafen auf dem Gebiet des Bistums Mainz und des Bistums Limburg. Die Stadt Frankfurt gehört jedoch allein zum Bistum Limburg. Vergewissern Sie sich daher besser noch einmal, zu welchem Bistum Sie und/oder Ihr Partner gehören. Unter Umständen leben Sie und Ihr Partner auch in unterschiedlichen Bistümern, so dass die Bistümer gegenseitig informiert werden müssen. Etwa um sich zu vergewissern, dass die Partner unverheiratet sind bzw. auch um später den Familienstand anzupassen.

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