Was ist das Sakrament

„Sakrament“ bedeutet lateinisch so viel wie „Heilszeichen“. Es gibt insgesamt sieben Sakramente, die Ehe ist eine davon:

  • Taufe
  • Firmung
  • Eucharistie
  • Bußsakrament
  • Krankensalbung
  • Weihesakrament

Ehe

Bei einer „sakramentalen Ehe“ sind beide Partner Christen. Bei einer „natürlichen Ehe“ ist mindestens einer der beiden Partner nicht getauft (auch konfessionsverschiedene Ehe oder standesamtliche Hochzeit). Diese Ehe wird aber dennoch von der Kirche anerkannt und auch die Hochzeit einer natürlichen Ehe kann im Rahmen eines kirchlichen Gottesdienstes stattfinden. Zur Erinnerung: Selbst die Scheidung einer natürlichen Ehe ist kirchenrechtlich nahezu ausgeschlossen. Es wäre also nicht möglich nach einer rein standesamtlichen, geschiedenen Ehe kirchlich zu heiraten.

Dem entsprechend kann eine Ehe sogar noch nach der Hochzeit sakramental werden, wenn sich der ungetaufte Partner entschließt den christlichen Glauben anzunehmen.

Bei der Spendung des Ehesakramentes gibt es kirchenrechtlich und liturgisch eine Besonderheit, denn es ist das einzige Sakrament, das nicht von einem Priester gespendet wird, sondern von dem Brautpaar selbst. Ohne den Pfarrer kommen Sie dennoch nicht aus, denn dieser segnet Ihre Ehe anschließend noch.

Keine Angst vorm Pfarrer

Viele Menschen, denen die Kirche fremd ist, fühlen sich oft unwohl, wenn Sie das erste Mal mit jemandem sprechen, der regelmäßig in die Kirche geht. Noch sehr viel schlimmer muss sich das anfühlen, wenn sie mit einem Pfarrer sprechen müssen, der einen womöglich noch nie in der Kirche gesehen hat.

Das ist ungefähr so, wie bei der Weihnachtsmesse, wenn viele Bräuche und Gesten unbekannt sind und man sofort als kirchenfremd auffallen könnte. Man erinnert sich an Medienberichte, wonach ein Pfarrer an Weihnachten von der Kanzel verkündet hätte „Wer sonst nicht kommt, kann jetzt auch gehen.“ Solche Fälle gibt es tatsächlich, sie sind aber die absolute Ausnahme und ein solches Verhalten von Geistlichen wird von der Kirche auch nicht toleriert.

Sie sind nicht allein mit dieser Sorge. Auch der Pfarrer trifft regelmäßig auf Menschen, die seiner Gemeinde noch fremd sind. Ihm ist auch bewusst, dass praktisch alle Paare bereits zusammen leben, Sex haben und teilweise sogar schon Kinder haben. Das müssen Sie nicht betonen, aber Sie brauchen es auch nicht zu verstecken.

In der Praxis ist jeder Mensch in der Kirche willkommen. Eine moralische Verurteilung kann und darf es nicht geben. „Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden.“ (Evangelium nach Lukas, Kapitel 6, Vers 37). Sie brauchen sich also keine Gedanken zu machen, dass Ihnen unangenehme Fragen gestellt werden. Sollten Sie dennoch etwas nicht verstehen: Fragen Sie. Man wird Ihnen gern alles erklären.

Die Kirche freut sich über jeden, der sich für die Gemeinschaft interessiert. Menschen finden auf den unterschiedlichsten Wegen in die Kirche. In jungen Jahren etwa durch den Kommunionunterricht. Viele aber auch erst später, wenn Sie ihre Ausbildung abgeschlossen, eine Familie gegründet und ein Haus gebaut haben. Oft fehlt den Menschen dann die Spiritualität in Ihrem Leben, oder sie sind der oberflächlichen Konsumgesellschaft müde geworden. Sie brauchen sich also nicht zu schämen, wenn Sie mit dreißig noch nicht viel mit Kirche anfangen können oder noch gar nicht getauft wurden.

Wenn Sie nun Ihre Hochzeit vorbereiten werden Sie zumindest ein paar Texte aus der Bibel lesen müssen um sich zwei bis drei davon entscheiden zu können. Es liegt dann an Ihnen, ob Sie sich für das Thema interessieren oder nicht. Sie geben aber der Kirche erst einmal eine Chance sich begeistern zu lassen und schon dafür ist der Pfarrer Ihnen dankbar. Und im Übrigen: Es soll der Kirche nicht um die gehen, die schon in der Kirche sind, sondern um die, die ihr noch fern sind.

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