Die Verlobung und Hochzeitsbräuche

Verlobung was muss man beachten?

Früher war die Verlobung wichtiger als die eigentliche Hochzeit, weil die Ehe und die Hochzeitsfeierlichkeiten am Verlobungstag vertraglich und finanziell unter Zeugen geregelt wurden. Die Brautwerbung und Verlobung war mit vielen Bräuchen verbunden, von denen sich nur wenige bis in die heutige Zeit erhalten haben: So galt in Bayern der gemeinsame Sprung über das Sonnwendfeür (22. oder 24. Juni) als Eheversprechen, bei dem das zukünftige Paar sich fest an den Händen halten musste, damit die Ehe auch glücklich würde.

In vielen Regionen Deutschlands musste sich das Liebes­paar einige Nächte „erproben“ und durfte erst heiraten, wenn die Braut schwanger war (um die Erbfolge zu garantieren!). Heute bietet Ihnen eine offizielle Verlobung die Möglichkeit, öffentlich Ihre Heiratsabsicht bekanntzugeben und dies auch entsprechend zu feiern.

Und natürlich ist die Verlobung eine gute Gelegenheit für ein erstes Treffen mit Ihren beiden Familien. Für die Verlobungsfeier selbst gibt es keinerlei gesellschaftliche Reglements: Sie können Ihre Verlobung spontan auf einer Fete bekanntgeben.

– Einfach zur Verlobungsfeier Freunde und Verwandte einladen
– Sie können Ihre Verlobung nur schriftlich anzeigen, indem Sie Verlobungsanzeigen verschicken und/oder eine Anzeige in die Zeitung setzen
– Man kann ein kleines Familienfest veranstalten

Rechtliches

Sie wählen den Rahmen, der Ihren gemeinsamen Wünschen am besten entspricht, denn in jedem Fall ist ja bereits die Gestakung der Verlobung eine sehr persönliche und gefühlvolle Angelegenheit. Eine Verlobung hat auch noch immer rechtliche Konsequenzen: Verlobte gelten als „Angehörige“ und können somit das Zeugnis- und Eidesverweigerungsrecht in Zivil- und Strafsachen für sich in Anspruch nehmen. Selbst wenn sie sich nur heimlich „unter vier Augen“ verlobt haben. Tritt einer der Verlobten von seinem Eheversprechen zurück, kann er unter Umständen zu Schadensersatzleistungen verpflichtet werden.

Hochzeitsbräuche und Ihre Geschichte

Über die Schwelle tragen: Indem der Bräutigam seine Braut über die Schwelle trägt, trickst er die bösen Geister, die unter der Schwelle hausen, aus. Die glauben dann nämlich, und nur eine Person betritt das Haus und kommen gar nicht auf die Idee, die Braut zu belästigen. Natürlich kann man heute dieses Ritual auch so deuten, dass der Mann seine Frau von nun an „auf Händen tragen“ möchte, oder auch als den Beginn eines neün Lebensabschnitts.

Reis streün: Früher wurde das Brautpaar am Hochzeitstag mit Getreide überschüttet. Dies sollte Fruchtbarkeit bewirken. Das Korn wurde anschliessend aufgesammelt und war für die erste eigene Aussaat bzw. als Nahrung während der ersten Ehemonate bestimmt. Heute werfen wir Reis (das Reiskorn ist seit jeher ein Fruchtbarkeitssymbol) oder Konfetti (aus Kosten- und Umweltgründen), allerdings zum gleichen Zweck: für Reichtum und Kindersegen!

Dosen am Auto: Der Lärm, den die an langen Schnüren am Auto festgebundenen Blechdosen verursachen, ist eine „Weiterentwicklung“ des Hochzeits-Böllerschiessens. Auch dieser laute Brauch sollte, wie z.B. die Silvesterknaller, die bösen Geister vertreiben.

Noch früher

Brot und Salz oder auch „Brot und Wein“: Sie sind ein Zeichen von Gesundheit und Wohlstand. In vorchristlicher Zeit wurde die Braut in die Sippe des Mannes aufgenommen, wenn sie gemeinsam Brot und Salz gegessen hatten. Diesen Brauch gibt es ausser bei der Hochzeit auch beim Umzug: Man bekommt einen ausgehöhlten, mit Salz und einem Kupferpfennig gefüllten Brotlaib, damit Brot, Salz und Geld niemals ausgehen mögen.

Brautjungfern: Sie haben die Aufgabe, beim Hochzeitszug die Dämonen zu verwirren. Sie sollten ähnlich wie die Braut gekleidet sein, damit die Geister die wirkliche Braut nicht herausfinden können.

Tränen am Hochzeitstag: Ein altes Sprichwort sagt „Lachende Braut — weinendes Weib, weinende Braut — freudiges Weib“; wenn Sie also die Rührung an Ihrem eigenen Hochzeitstag überkommt, vergiessen Sie ruhig ein paar Tränen – sie können Ihrem Glück nur nützlich sein!

Brautkranz: Der Kranz, der geschlossene Kreis, ist ein magisches Zeichen für Kraft und Unversehrtheit, Keuschheit und Reinheit und hat gleichzeitig eine abwehrende, schützende Wirkung. Diese Symbolik ist auch auf die Eheringe zu übertragen, wobei der Ring ausserdem für die endlose Liebe (ohne Anfang – ohne Ende) steht.

Brautentführung: Da in der Antike ein andaürnder „Männerüberschuss“ herrschte, war die Entführung der Braut damals kein Spass, sondern oftmals die einzige Möglichkeit für einen Mann, überhaupt zu einer Frau zu kommen. Als Vorbild dienten den Brauträubern die Götter: Paris entführte die schöne Helena, Zeus raubte Europa. Selbst in der Bibel werden die Männer explizit dazu aufgefordert, ihre Fraün zu entführen und dann zu heiraten (5. Buch Moses). Daraus ist im Lauf der Jahrhunderte ein reiner Spass geworden: Die Braut wird von Freunden entführt und der Bräutigam muss sie wieder auslösen, indem er „die Zeche zahlt“, die die Entführer zusammen mit der Braut verkonsumiert haben.

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